Walhausen im Saarland

35 Jahre Walhauser Köhlertage vom 18.August bis 1.September 2018

meiler.jpg Alle 5 Jahre wird in Walhausen ein traditionelles Köhlerfest veranstaltet. Das vierzehntägige Fest ist weit über die Grenzen des Saarlandes bekannt und lockt viele Besucher an. Das letzte Köhlerfest ging am Samstag den 31. August 2013 zu Ende.

* Walhauser Köhlertage

Die Nassau- Siegensche Methode Holzkohle zu brennen

Holzarbeiten für die beiden Kohlenmeiler 2018 beginnen

Am Samstag, 03.02.2018, sollen die ersten Holzarbeiten für die beiden Kohlenmeiler, im Buchwald, beginnen. Die aktuellen Arbeitseinsätze oder Änderungen hierzu werden immer zeitnah im Amtsblatt und auf unserer Internetseite www.koehlertage.de veröffentlicht. Weitere Arbeitseinsätze im Buchwald sind für den 17.02.; 24.02.; 03.03. und den 10.03.2018 geplant. Wir hoffen auf gutes Wetter, damit die Zeitplanung eingehalten werden kann.

Geschichtliche Zusammenhänge

Der Laie fragt sich, wozu wurde Holzkohle in unserer Region in solch großen Mengen gebraucht ?

Man brauchte sie um Erze, genauer gesagt um Kupfererze, zu schmelzen. Dies geschah bereits vor ca.500 Jahren in der Kupferschmelzhütte in Nohfelden. Holzkohle war damals der einzige Energielieferant für den Schmelzbetrieb. Um 1 Tonne Kupfererz zu schmelzen, wurden bis zu 7 Tonnen Holzkohle benötigt. Um 7 Tonnen Holzkohle zu produzieren, waren je nach Qualität des geschlagenen Holzes um die 90 Raummeter Holz erforderlich. Dadurch erfuhr die Holzkohlenmeilerei eine beträchtliche Bedeutung unter den Waldnutzungsformen.

Das geringe Gewicht der Holzkohle ermöglichte ihren Transport über größere Strecken, so daß die Köhlerei in weitem Umkreis um die Erzverhüttung betrieben werden konnte. Einige der früheren Meilerstandorte lassen sich heute noch im Bereich des „Buchwaldes“ deutlich erkennen.

Sowohl Kupfererzbergbau als auch die Köhlerei prägen daher die industrielle und forstwirtschaftliche Gegend unseres Ortes entscheidend mit.

Umfassende Informationen in Wort und Bild über geschichtliches, Technik und Handwerk erfahren unsere Besucher vor Ort von den fachkundigen Laienköhlern. Darüber hinaus wird der ehemalige Kupferezbergbau auf unserer Gemarkung einerseits durch Vortragsveranstaltungen am Kohlenmeiler, anderseits durch Ortsbesichtigungen in Gelände von unseren tüchtigen Heimatforschern lebendig dargestellt.

Chemische Abläufe der Kupfergewinnung mit Holzkohle

Durch das Verbrennen der Holzkohle wird eine Hitze von 1000 °C bis 1200 °C und Kohlenstoffmonoxid erzeugt. Ab einer Temperatur von 230 °C reagiert Malachit Cu2[(OH)2|CO3] unter anderem zu Kupfer(II)-oxid, das in der Natur auch als Tenorit vorkommt. Dieses wird vom Kohlenstoffmonoxid reduziert. Das fertige Kupfer fließt auf den Grund des Reaktionsgefäßes und kann nach dem Abkühlen herausgenommen werden.

Kupfer(I)-oxid (Cuprit) kann durch die Reduktion von Kupfer(II)-oxid (Tenorit) mit metallischem Kupfer bei erhöhter Temperatur oder durch die thermische Zersetzung von Kupfer(II)-oxid bei Temperaturen über 800 °C gewonnen werden. Kupfer(I)-oxid bildet sich beim Erhitzen auf Rotglut von metallischem Kupfer zusammen mit Kupfer(II)-oxid. Gleichzeitig entsteht bei der unvollständigen Verbrennung des Kohlenstoffs aus der Holzkohle das Kohlenmonoxid:

CuO + Cu ⇒ Cu2

4CuO ⇒ 2Cu2O + O2

2C + O2 ⇒ 2Co

Beide entstandenen Produkte, Kohlenmonoxid und Kupfer(I)-oxid, reagieren zu metallischem Kupfer:

2Cu2 O2 + 2Co ⇒ 4 Cu + 2Co2

Metallisches Rohkupfer In einem anderen und vermutlich erst später eingesetzten Verfahren wurde sulfidisches Kupfererz, Chalkopyrit oder Kupferkies (CuFeS2), und Chalkosin oder Kupferglanz (Cu2S) verarbeitet. Solche sulfidischen Erze mussten zuvor geröstet werden, um den Schwefel in Schwefeldioxid SO2 zu überführen. Erst nach der Entfernung des Schwefels konnte eine Reduktion des Kupfererzes erfolgen. Zum Rösten benötigte man ebenfalls Holzkohle, um die hierzu notwendigen Temperaturen zu erreichen. Dabei kommt es zur Bildung von Schlacke, die die Nebenbestandteile (meist Eisensulfid/Eisenoxid und Kieselsäure als Gangart) des Erzes aufnimmt, so dass diese leicht abgetrennt werden können. Typische Temperaturen für die Kupferverhüttung liegen um 1100 bis 1200 °C, genügend um sowohl die Schlacke als auch das Metall zu schmelzen. Die Verwendung von Öfen anstelle von Tiegeln erlaubt es, wesentlich größere Metallmengen zu gewinnen; entsprechend ist die Verhüttung im Tiegel meist an die Anfänge der Kupfergewinnung gebunden. Spätere Tiegel wurden fast ausschließlich für den Guss verwendet.

Quelle: Wikipedia

Holzkohlenmeilerei

Wir zeigen während der Köhlertage das „Deutsche Meilerverfahren“. Wir verwenden ausschließlich lufttrockenes Buchenholz von circa 1 m Länge, das größtenteils gespalten ist, so daß es nicht dicker als 18 cm ist. Wir verbauen circa 50 Raummeter Holz; das ergibt eine Holzkohlenausbeute von rund 80 Zentnern bei bis zu 800° C Betriebstemperatur. Mit dieser Temperatur erwarten wir ein Optimum zwischen hochwertiger kohlenstoffhaltiger und mengenmäßiger Ausbeute an Holzkohle. Mit oben genanntem Volumen enthält der Meiler eine Ausdehnung von circa 8 m Durchmesser und circa 2,80 m in der Höhe. Seine Oberfläche beträgt dann rund 100 qm.

Externe Links